Mitten im malerischen Brügge, wo Grachten, Kopfsteinpflaster und Touristen um die schönsten Fotospots konkurrieren, braut die Brauerei De Halve Maan seit Generationen ihre Biere. Als eine der letzten familiengeführten Stadtbrauereien Belgiens verbindet sie Tradition mit einer guten Portion Innovationsfreude – und scheut sich nicht, auch mal neue Wege zu gehen. Jetzt steht das Rosé de Bruges vor mir, ein Witbier, das mit Kirschen eingebraut wurde.
Schon optisch fällt das Bier aus dem Rahmen: Ein zarter Roséton schimmert im Glas, fast schon verspielt, begleitet von einer feinen, pinken Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Wer hier ein klassisches Bier erwartet hat, wird schnell merken – das hier ist eine andere Liga.
In der Nase zeigen sich sofort fruchtige Noten, dazu Mandeln und Kandis.
Der Antrunk ist wie erwartet recht süß, was aber zur kräftigen Kohlensäure passt. Der vorherrschende Geschmackseindruck ist selbstverständlich die Kirsche. Dazu kommt eine leichte florale Frische. Damit werde ich eher an einen sommerlichen Aperitif als an ein Bier erinnert. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fort. Das Rosé de Bruges präsentiert sich angenehm leicht, mit einer lebendigen, aber nicht aufdringlichen Säure. Die Fruchtigkeit bleibt klar im Vordergrund, wirkt aber mit der Zeit etwas künstlich oder überladen. Das Mundgefühl ist leicht und schlank. In der Kehle kommt noch der Geschmack nach Marzipan zum Tragen, der aber leider nur kurz nachklingt.
Ich kann mir nicht helfen – von De halve Maan habe ich schon deutlich bessere Biere verkostet.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Holundersaftkonzentrat, Süßkirschsaftkonzentrat, Hefe, Zitronensäure, Maltodextrin, Aroma, Hopfen, Gewürze (Koriandersamen, bittere und süße Orangenschalen)
Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.
Brauerei:
Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.blanchedebruges.be


