Europas Biermarkt schrumpft weiterhin

Der europäische Biermarkt steht weiter unter Druck – und ein Ende der Entwicklung ist aktuell nicht in Sicht. Der neue European Beer Trends Report 2025 von The Brewers of Europe zeichnet ein klares Bild: Produktion, Konsum und Exporte gehen bereits seit 2019 kontinuierlich zurück. Was zunächst wie eine kurzfristige Delle wirkte, entpuppt sich zunehmend als struktureller Wandel.

Ein besonders deutlicher Einschnitt zeigt sich in der Gastronomie. Während früher rund ein Drittel des Bierkonsums in Bars, Restaurants und Kneipen stattfand, liegt dieser Anteil heute nur noch bei etwa einem Viertel. Das klingt zunächst nach einer Verschiebung – hat aber weitreichende Folgen. Denn gerade der Ausschank vor Ort sorgt für einen großen Teil der Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze entlang der gesamten Kette: von Landwirten über Brauereien bis hin zu Festivals und Tourismus. Schwächelt die Gastronomie, spürt das die gesamte Branche.

Auch die Dynamik innerhalb der Brauszene hat nachgelassen. Nach Jahren des Wachstums stagniert die Zahl der Brauereien in der EU bei rund 9.700. Das ist zwar weiterhin eine beeindruckende Zahl, signalisiert aber gleichzeitig, dass der Boom früherer Jahre ins Stocken geraten ist.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sinkendes Verbrauchervertrauen, steigende Preise und eine allgemein zurückhaltende Kauflaune treffen auf hohe Produktionskosten, gestörte Lieferketten und zunehmende klimatische Herausforderungen bei Rohstoffen wie Hopfen und Gerste. Bier als soziales Getränk leidet dabei besonders – denn wenn weniger ausgegangen wird, wird auch weniger gemeinsam getrunken.

Christian Weber, Präsident von The Brewers of Europe, bringt es auf den Punkt: Die Branche ist zwar widerstandsfähig und grundsätzlich optimistisch, benötigt aber dringend mehr Stabilität und Unterstützung, um weiterhin investieren und wachsen zu können.

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht die Entwicklung: Die Bierproduktion in der EU ist von 367 Millionen Hektolitern im Jahr 2019 auf 345 Millionen Hektoliter im Jahr 2024 gesunken – mit weiter fallender Tendenz im Jahr 2025. Auch die Exporte, lange ein wichtiger Ausgleich für schwächere Inlandsmärkte, sind zuletzt rückläufig.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Besonders alkoholfreie Biere entwickeln sich weiterhin stark und sind aktuell das einzige Segment mit deutlichem Wachstum. Innerhalb von fünf Jahren legten sie um 25 Prozent zu und machen inzwischen rund 7,5 Prozent des gesamten Bierkonsums in der EU aus. Ein Trend, der zeigt, dass Innovation weiterhin möglich ist – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Julia Leferman, Generalsekretärin von The Brewers of Europe, fordert daher ein ausgewogenes regulatorisches Umfeld. Die Branche sei bereit, ihren Beitrag zu Nachhaltigkeit, verantwortungsvollem Konsum und kultureller Vielfalt zu leisten – brauche dafür aber Planungssicherheit statt zusätzlicher Hürden.

Vorgestellt wurde der Bericht im Rahmen des „Beer Serves Europe“-Events in Brüssel, bei dem Vertreter aus Brauwirtschaft, Politik und Lieferketten zusammenkamen. Die Botschaft ist klar: Europas Bierkultur steht vor Herausforderungen – aber mit den richtigen Impulsen kann sie weiterhin ein wichtiger wirtschaftlicher und kultureller Faktor bleiben.

De Meester – Winter Meesterke

Die Brauerei Brouwerij De Meester aus dem belgischen Lendelede gehört zu den spannenden Vertretern der modernen belgischen Bierszene. Gegründet von einer Braumeisterin mit internationaler Erfahrung, steht De Meester für handwerklich gebraute Biere, die traditionelle belgische Stile mit einer klaren, zeitgemäßen Handschrift verbinden. Hier wird nicht laut experimentiert, sondern gezielt verfeinert – mit viel Gespür für Balance und Charakter.

Die Brauerei verspricht, mit dem Winter Meesterke eine Interpretation des klassischen belgischen Winterbiers anzubieten, die genau weiß, was sie will: Wärme, Tiefe und ein gutes Maß an Eleganz.

Im Glas zeigt sich das Bier blickdicht schwarz. Die haselnussbraune Schaumkrone baut sich feinporig auf und bleibt stabil stehen – ein ruhiger, aber vielversprechender Auftakt.

In der Nase entfaltet sich sofort ein komplexes Aromenspiel. Karamell, dunkle Schokolade und eine angenehme Süße treffen auf würzige Noten von Nelke und einem Hauch Zimt. Dazu kommen getrocknete Früchte wie Rosinen und Pflaumen, die dem Bouquet eine angenehme Tiefe verleihen und an Weihnachten erinnern. Im Hintergrund schwingt eine dezente alkoholische Wärme mit, die neugierig auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weich, rund und fast cremig. Eine sanfte Malzsüße eröffnet das Geschmackserlebnis, wird jedoch schnell von würzigen Hefenoten eingefangen. Die Kohlensäure ist etwas knapp dosiert, aber feinperlig und gut eingebunden. Sie unterstützt die Struktur und sorgt dafür, dass das Bier trotz seiner Tiefe angenehm trinkbar bleibt. Der Alkohol ist deutlich spürbar, aber hervorragend integriert – wärmend, ohne dominant zu sein. Jetzt zeigen sich Aromen von dunkler Schokolade, leicht gebranntem Zucker, erneut Trockenfrüchten und aus dem Hintergrund etwas Ingwer. Alles wirkt harmonisch, nichts drängt sich in den Vordergrund. In der Kehle wird das Winter Meesterke etwas trockener. Eine feine und leichte Bittere begleitet die ausklingenden malzigen und würzigen Noten und sorgt für einen langen, angenehmen Nachhall, der direkt Lust auf den nächsten Schluck macht.

Insgesamt ist das Winter Meesterke ein gelungenes Beispiel für ein belgisches Winterbier: komplex, ausgewogen und mit genau der richtigen Portion Wärme. Ein Bier für ruhige Abende, das sich Zeit nimmt – und diese auch von Ihnen einfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Spezialmalze, Spekulatiusgewürz, getrocknete Orangenschale, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Meester
Nelcastraat 1
8860 Lendelede
Belgien
https://www.brouwerij-demeester.be/

Störtebeker braut mit Sierra Nevada neues Bier zur Fußball-WM

Störtebeker feiert das Sportereignis des Jahres mit dem neuen United Style Lager – einem hellen Lagerbier, das mit verschiedenen Länderfahnen die gemeinsame Spiel-Leidenschaft sichtbar macht. Dazu gibt’s ein interaktives Fußball-Bingo inklusive Gewinnspiel.

Zum diesjährigen Fußball-Highlight präsentiert die Störtebeker Braumanufaktur mit dem United Style Lager eine neue Brauspezialität, die ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebnisses steht. Unter dem Kampagnenmotto „Football Unites Us. Let’s celebrate!“ rückt das Bier die Momente in den Mittelpunkt, in denen Menschen zusammenkommen – im Stadion, beim Public Viewing, in der Gastronomie oder beim gemeinsamen Spielabend zu Hause.

Das United Style Lager ist ein helles Lagerbier mit einer fein abgestimmten Hopfennote. Es verbindet die Zugänglichkeit eines klassischen Lagerbiers mit moderner Aromatik und spricht damit eine breite Zielgruppe an – vom traditionellen Biertrinker bis zum neugierigen Entdecker. Gerade zu großen Fußballturnieren steigt die Nachfrage nach unkomplizierten, geselligen Bieren, die sich ideal für das gemeinsame Anstoßen eignen.

Auch optisch greift die Spezialität das internationale Gemeinschaftsthema auf: Am Flaschenhals finden sich 14 verschiedene Länderfahnen von teilnehmenden Teams aus aller Welt. Die unterschiedlichen Varianten unterstreichen den verbindenden Charakter des Turniers und sorgen zugleich für Aufmerksamkeit im Regal sowie Sammel- und Gesprächsstoff bei Fans.

Collaboration Brew: Störtebeker & Sierra Nevada

Für das United Style Lager hat sich Störtebeker mit einer echten Legende aus den USA zusammengetan: Sierra Nevada Brewing Co. gilt als eine der wegweisenden Craft Brauereien weltweit. Was im vergangenen Jahr mit einem Collab Oktoberfestbier exklusiv für den amerikanischen Markt gestartet hat, wird nun beim United Style Lager fortgesetzt. Mit Hallertauer Tradition aus Deutschland sowie Cascade aus den USA finden sich in diesem Bier ausgewählte Hopfensorten, welche beide Brauereien seit ihren Anfängen begleiten.

Maisel & Friends – Fusion IPA

Jetzt steht das Fusion IPA vor mir, ein Bier, das Maisel & Friends gemeinsam mit der norwegischen Brauerei Lervig entwickelt und gebraut hat. Über Maisel & Friends habe ich bereits an verschiedenen anderen Stellen geschrieben, aber Lervig wohl noch nicht. Hier also einige Anmerkungen zu den Norwegern, bevor ich das Bier beschreibe:

Die Lervig aus Stavanger zeigt eindrucksvoll, wie moderne Craft-Braukunst heute funktioniert: unabhängig, experimentierfreudig und mit einem klaren Anspruch an Qualität. Die norwegische Brauerei ist fest in Stavanger verwurzelt, denkt aber längst global. Lervig versteht sich als unabhängiger Betrieb, der bewusst seinen eigenen Weg geht. Statt sich an Trends anzupassen, braut man hier vor allem das, was man selbst gerne trinkt – und das mit einer beeindruckenden Bandbreite. Vom unkomplizierten Pils oder Pale Ale bis hin zu komplexen, fassgereiften Stouts, Barley Wines und wilden Sauerbieren ist alles dabei, was das Craft-Herz höherschlagen lässt.

Dabei gilt ein Grundsatz: Qualität steht immer über wirtschaftlichen Kompromissen. Lervig verlässt regelmäßig die eigene Komfortzone, probiert Neues aus und lässt sich weltweit inspirieren. Reisen, Verkostungen und Kollaborationen mit renommierten Brauern gehören fest zur Philosophie. So entstehen Biere, die sowohl zugänglich als auch anspruchsvoll sein können – je nachdem, worauf man gerade Lust hat.

Ein entscheidender Faktor hinter dem Erfolg ist das Team. Bei Lervig arbeitet eine internationale Mannschaft, die ihre unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen in die Braukunst einbringt. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Biere nicht nur technisch überzeugen, sondern auch kreativ und abwechslungsreich bleiben.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt sich auch über die Grenzen Norwegens hinaus. Lervig exportiert seine Biere inzwischen in über 30 Länder und erreicht damit eine stetig wachsende Fangemeinde. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass die Kernbiere jederzeit verfügbar bleiben – ein Balanceakt zwischen Innovation und Verlässlichkeit.

Lervig ist eine Brauerei, die sich nicht festlegen lässt. Mal unkompliziert, mal komplex – aber immer mit dem Anspruch, richtig gutes Bier zu brauen.

Wenn diese Brauerei mit Maisel & Friends gemeinsam ein Bier braut, kann ja eigentlich nur etwas Großes entstehen. Das Fusion IPA bringt zwei kreative Brauwelten zusammen – und genau das merkt man vom ersten Moment an.

Im Glas präsentiert sich das Fusion IPA in einem satten, leicht trüben hellen Goldton. Die schneeweiße Schaumkrone baut sich cremig auf, bleibt stabil stehen und hinterlässt beim Trinken feine Spitzen am Glasrand – ein optischer Auftakt, der Lust auf mehr macht.

In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspiel. Zunächst steigen intensive tropische Noten auf: Mango, Maracuja und Ananas geben klar den Ton an. Dahinter folgen Zitrusanklänge von Grapefruit und Limette, begleitet von einer feinen harzigen Note, die dem Ganzen Tiefe verleiht. Ein Hauch von Steinfrucht und eine dezente florale Komponente runden das Bouquet ab, ohne es zu überladen. Kurz gesagt nimmt die Nase einen Obstsalat wahr.

Der Antrunk ist weich und saftig, fast schon samtig mit einer angenehmen Malzsüße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber leider etwas knapp dosiert. Die Fruchtnoten setzen sich sofort durch und erinnern an einen frisch gepressten tropischen Saft. Doch bevor es zu verspielt wird, baut sich eine angenehm präzise Bittere auf. Diese ist deutlich präsent, aber genau wie die 7,9 Volumenprozent Alkohol, hervorragend eingebunden – sie geben dem Bier Struktur, ohne die Fruchtigkeit zu überdecken. In der Kehle ist das Bier trocken, leicht harzig und von einer anhaltenden, eleganten Bittere geprägt. Die tropischen Fruchtnoten klingen langsam aus und machen Platz für eine angenehme, leicht herbe Nachwirkung, die direkt zum nächsten Schluck einlädt.

Insgesamt ist das Fusion IPA ein Paradebeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit. Es vereint Intensität und Trinkbarkeit, Komplexität und Klarheit – und zeigt, wie spannend Bier werden kann, wenn zwei kreative Köpfe gemeinsam am Sudkessel stehen. Ein IPA, das sowohl Kenner begeistert als auch Einsteiger problemlos abholt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Citra, Idaho 7, Galaxy, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

in Zusammenarbeit mit

Lervig Aktiebryggeri
Vierveien 1
Hillevåg
4016 Stavanger
Norwegen
www.lervig.no

Hopfenanbau in Deutschland wird Kulturerbe: Das „grüne Gold“ offiziell gewürdigt

Bild: Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., 85283 Wolnzach

Wenn es um Hopfen geht, spielt Deutschland ganz vorne mit – genauer gesagt: ganz oben. Mit rund 35 Prozent Weltmarktanteil ist die Bundesrepublik der größte Hopfenproduzent der Welt. In Regionen wie der Hallertau, Tettnang, Spalt, Elbe-Saale und Bitburg gehört der Hopfen nicht nur zur Landschaft, sondern zum Leben selbst.

Umso größer war die Freude, als am 24. März 2026 eine Nachricht aus München eintraf: Der bayerische Ministerrat hat beschlossen, den „Hopfenanbau in Deutschland“ in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Eine Entscheidung, die zeigt, dass Hopfen längst mehr ist als nur eine Zutat im Bier.

Angestoßen wurde dieser Schritt bereits im Herbst 2025. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V. erarbeitete gemeinsam mit dem Deutschen Hopfenmuseum und dem Bayerischen Brauerbund einen Antrag, der die besondere kulturelle Bedeutung des Hopfenanbaus hervorhebt. Unterstützt wurde dieser schließlich durch ein unabhängiges Expertengremium, das sich klar für die Aufnahme aussprach.

Doch was macht den Hopfenanbau eigentlich so besonders? Es ist vor allem das Wissen, das dahintersteckt. Hopfen wächst nicht einfach so – er wird angebaut, gepflegt, geerntet und verarbeitet. Jede Phase erfordert Erfahrung, Fingerspitzengefühl und ein tiefes Verständnis für die Pflanze. Dieses Wissen wird über Generationen weitergegeben und ständig weiterentwickelt.

Dabei geht es längst nicht nur um Landwirtschaft oder Wirtschaft. Der Hopfen prägt den Alltag der Menschen, die mit ihm arbeiten. Er beeinflusst ihre Entscheidungen, ihren Jahresrhythmus und oft auch ihre Identität. Hopfenbau ist kein Job, sondern ein Lebensgefühl.

Genau das war auch entscheidend für die Anerkennung als Kulturerbe. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Gegenwart: Wie wird heute gearbeitet? Wie wird Wissen vermittelt? Und wie wird sichergestellt, dass auch zukünftige Generationen diese Tradition fortführen können?

Der Hopfenanbau in Deutschland vereint wirtschaftliche Bedeutung, wissenschaftliche Innovation und kulturelle Identität. Er ist lebendige Tradition – nicht konserviert, sondern in Bewegung.

Mit der Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis wird genau das nun offiziell anerkannt. Oder anders gesagt: Das „grüne Gold“ bekommt den kulturellen Stellenwert, den es schon lange verdient hat.

Hedonis – Go with the Snow

Die Brouwerij Hedonis ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn Leidenschaft auf Neugier trifft. Gegründet 2015 von zwei bierbegeisterten Tüftlern, entwickelte sich das Projekt schnell von ersten Experimenten zu einer ernstzunehmenden Craft-Brauerei. Seit 2022 wird im eigenen Sudhaus in den flämischen Ardennen gebraut – mit Respekt vor der Tradition, aber immer mit dem Blick nach vorne. Der Name ist hier Programm: Hedonis steht für Genuss, Freude und Biere mit Charakter.

Kommen wir zum Bier: „Go with the Snow“ – schon der Name klingt nach Winter, Kaminfeuer und der festen Absicht, heute nicht mehr vor die Tür zu gehen. Im Glas zeigt sich das Bier in einem warmen, leicht trüben Bernstein. Darüber liegt eine cremige, feinporige Schaumkrone, die stabil im Glas bleibt und Lust auf den ersten Schluck macht.

Das Aroma ist ein echter Winterspaziergang für die Nase: Karamell und Waldhonig, dazu eine dezente Hefenote, die dem Ganzen Tiefe verleiht. Abgerundet wird das Aroma durch würzige Noten, die an Pfeffer erinnern. Alles wirkt rund, einladend und wunderbar abgestimmt.

Der Antrunk ist weich und geschmeidig, fast schon wärmend. Eine feine Malzsüße, die an Karamell und Honig erinnert, eröffnet das Geschmacksspiel, begleitet von fruchtigen Noten, die sich auch am Gaumen fortsetzen. Die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure ist angenehm eingebunden und unterstützt die Trinkbarkeit. Die Süße bleibt auch am Gaumen erhalten, jetzt begleitet durch eine überraschend kräftige Bittere. Obwohl der Alkohol jetzt durchschmeckt und etwas auf der Zunge brennt, ist das Mundgefühl samtig und schwer. Die Aromen sind präsent, aber nicht aufdringlich. In der Kehle klingt die Bittere kurz nach, während im Mund der Geschmack nach Waldhonig präsent bleibt.

Das Go with the Snow ist ein stimmungsvolles Winterbier mit viel Charakter, das Wärme ins Glas bringt. Perfekt für kalte Abende – oder für alle, die sich einfach ein kleines bisschen Wintergefühl einschenken möchten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Honig, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

10,1 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij Hedonis
Lepelstraat 20
9660 Michelbeke
Belgien
www.hedonis.be

Hallertau entdecken: Zwischen Hopfengärten, Bierkultur und bayerischer Idylle

Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern/Stolz

Schon die alten Ägypter wussten offenbar: Mit Hopfen schmeckt Bier einfach besser. Seitdem ist die Pflanze aus dem Brauprozess nicht mehr wegzudenken – und wenn es um besonders hochwertigen Hopfen geht, führt kein Weg an der Hallertau vorbei. Das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt liegt in Bayern und liefert das berühmte „grüne Gold“, das in über 100 Länder exportiert wird. Kurz gesagt: Ein großer Teil dessen, was weltweit gut schmeckt, hat hier seine Wurzeln.

Doch die Hallertau kann mehr, als nur Bier veredeln. Sie ist längst auch ein Paradies für alle, die Natur, Bewegung und Genuss miteinander verbinden möchten. Zwischen Regensburg, Ingolstadt und München erstrecken sich auf rund 17.000 Hektar beeindruckende Hopfengärten. Im Sommer wachsen hier bis zu sieben Meter hohe Pflanzen in den Himmel und verwandeln die Landschaft in ein grünes Meer, das man so schnell nicht vergisst.

Wenn die Ernte beginnt, wird es geschäftig: Rund 1.000 Hopfenbetriebe holen jährlich etwa 40.000 Tonnen Hopfen ein – eine Zahl, die nicht nur beeindruckt, sondern auch zeigt, welche Bedeutung diese Region für die weltweite Bierkultur hat.

Doch anstatt nur darüber zu lesen, können Sie die Hallertau auch ganz direkt erleben. Besonders beliebt ist die rund 170 Kilometer lange Hallertauer Hopfentour. Diese führt entlang der Flusstäler von Abens und Ilm, durch Hopfengärten, kleine Dörfer und vorbei an traditionellen Gasthäusern, die förmlich nach einer zünftigen Einkehr rufen. Dank mehrerer Querverbindungen lässt sich die Strecke flexibel anpassen – egal, ob Sie gemütlich unterwegs sind oder sportliche Ambitionen haben. Alle Details zur Route finden Sie hier:
https://www.tourismus-landkreis-kelheim.de/Media/Touren/Hallertauer-Hopfentour

Wer es etwas kompakter mag, sollte sich den Erlebnispfad Hopfen und Bier nicht entgehen lassen. Auf etwa 15 Kilometern wandern Sie von Mainburg aus durch das Herz der Hallertau. Entlang des Weges vermitteln 17 Informationstafeln spannendes Wissen rund um Hopfen und Bier. Die Route führt durch das idyllische Abenstal, vorbei an Hopfengärten und durch schattige Waldabschnitte bis nach Ratzenhofen. Dort wartet zur Belohnung ein Biergarten unter Kastanienbäumen – genau der richtige Ort, um das Erlebte direkt im Glas zu überprüfen. Mehr Informationen gibt es hier:
https://www.rauszeit.bayern/de/tour/themenweg/erlebnispfad-hopfen-bier/18988460

Und falls nach der Einkehr die Motivation für den Rückweg etwas nachlässt, wurde auch daran gedacht: Im Sommer bringt ein Freizeitbus müde Wanderer bequem zurück.

Die Hallertau ist also weit mehr als nur ein Lieferant für hervorragenden Hopfen. Sie ist eine Region, in der Bierkultur, Natur und bayerische Lebensart aufeinandertreffen. Oder anders gesagt: Hier schmeckt das Bier nicht nur gut – hier sieht es auch noch verdammt gut aus.

Kraftpaule – Neckator

Der Neckator ist ein dunkler Weizenbock von Kraftpaule in Stuttgart. Da Kraftpaule keine eigene Brauerei hat, wurde das Bier bei Camba in Seeon gebraut. Zwei wirklich gute Namen, die beide für hervorragende Qualität bürgen. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Kupferfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine elfenbeinfarbene feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma geht gleich in die Vollen: Düfte nach dunkler Schokolade und Karamell, nach Banane und Rosinen steigen mir in die Nase. Dazu diese typische, leicht würzige Nelke, die man von einem guten dunklen Weizen erwartet. Alles wirkt rund und einladend, ohne dabei aufdringlich zu werden.

Der Antrunk ist weich und vollmundig, fast schon samtig, mit einer zurückhaltenden Malzsüße und einer sehr feinperligen Kohlensäure. Dabei wird die Süße durch leichte brotige und leicht röstige Aromen begleitet. Am Gaumen entwickeln sich die fruchtigen Noten weiter, aber auch die Röstaromen mit dem Schokoladengeschmack kommen deutlich zum Tragen.  Für einen dunklen Weizenbock wirkt das Bier überraschend frisch, denn der Alkohol, immerhin 8,1 Volumenprozent, ist sehr gut eingearbeitet. – Banane, ein wenig Dörrobst – während im Hintergrund eine angenehme Würze mitschwingt. Trotz seiner Kraft bleibt der Neckator erstaunlich ausgewogen. In der Kehle ist das Bier stiltypisch mild, aber die Röstaromen klingen trotzdem überraschend lange nach.

Fazit: Ein dunkler Weizenbock, wie er sein soll – kräftig, aromatisch und gleichzeitig sehr gut trinkbar. Perfekt für kühle Abende oder wenn Sie sich einfach mal ein bisschen flüssigen Komfort gönnen möchten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.camba-bavaria.de

für

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Karlsberg startet die Braunachttour 2026

Die Braunacht ist zurück – und bringt 2026 wieder ordentlich Bewegung ins Glas. Mit der Braunachttour schickt Karlsberg nicht nur frisches Bier, sondern gleich ein ganzes Eventkonzept durch die Region. Auftakt ist am 25. April in Homburg – und wer schon einmal dabei war, weiß: Das wird kein stiller Abend.

Los geht’s klassisch, wie es sich für ein anständiges Bierfest gehört – mit einem Fassanstich um 16 Uhr auf dem Historischen Marktplatz. Danach heißt es: Zapfhähne auf, Musik an und bitte nicht wundern, wenn sich die Stadt plötzlich wie ein einziges großes Wirtshaus anfühlt. Livemusik sorgt für Festivalstimmung, während sich die ersten Gläser füllen und die Braunacht langsam Fahrt aufnimmt.

Richtig spannend wird es beim Bier selbst. Für diesen Abend hat Karlsberg gleich drei exklusive Sorten eingebraut, die es so nur hier gibt. Ein fruchtiges Kirschbier, das dunkle und kräftige Nachtschicht sowie ein naturbelassenes Zwickel. Drei unterschiedliche Charaktere, die alle dasselbe Ziel haben: Sie sollen Ihnen möglichst gut schmecken. Und im Idealfall so gut, dass Sie direkt abstimmen.

Denn die Gäste entscheiden, welches Bier gewinnt. Das Lieblingsbier der Braunacht bekommt nicht nur Ruhm und Ehre, sondern sogar die Chance, ins reguläre Sortiment aufgenommen zu werden. Man könnte also sagen: Hier wird nicht nur getrunken, sondern auch bierpolitisch mitentschieden.

Während auf dem Marktplatz gegen 20 Uhr die Musik langsam ausklingt, geht der Abend erst richtig los. Dann verlagert sich das Geschehen in die Gastronomie der Stadt. Ob Cash, Stehschoppe, Old Dublin, Marktgässje oder Kaya’s – überall fließen die exklusiven Biere, und jede Location bringt ihren eigenen Charakter mit. Besonders beeindruckend wird es in der Alten Schlosserei. Zwischen historischen Mauern wartet hier mit 20 Zapfhähnen die wohl größte Biertheke der Region. Wer sich da nicht durchprobiert, ist selbst schuld.

Und weil ein Abend einfach nicht reicht, geht die Braunacht direkt auf Tour. Nach Homburg folgen Saarlouis, Merzig, St. Ingbert, Kaiserslautern und schließlich St. Wendel. Sechs Städte, sechs Abende und immer die gleiche Frage: Welches Bier macht heute das Rennen?

Unterm Strich zeigt die Braunacht, wie viel Spaß Bier machen kann, wenn man es nicht nur trinkt, sondern auch feiert. Mit Musik, neuen Ideen und der angenehmen Erkenntnis, dass man manchmal einfach nur ein Glas in die Hand nehmen und den Abend genießen muss.

Der Wettbewerb der World Gluten Free Beer Awards 2026 ist im Gange

Glutenfrei, aber bitte mit Geschmack – genau darum dreht sich auch 2026 wieder alles bei den World Gluten Free Beer Awards. Der internationale Wettbewerb ist längst mehr als nur eine Nische für Spezialbiere. Er zeigt eindrucksvoll, wie sich ein ehemals belächeltes Segment zu einem ernstzunehmenden Teil der Craftbier-Welt entwickelt hat.

Hinter dem Ganzen steht Unionbirrai, der italienische Verband unabhängiger Craft-Brauereien, der den Wettbewerb als Teil seiner „Bier des Jahres“-Reihe organisiert. Seit der Gründung im Jahr 2013 durch Bierjournalist Alfonso Del Forno hat sich der Wettbewerb zum festen Bezugspunkt für glutenfreie Biere entwickelt. Und das nicht, weil man hier nett zueinander ist – sondern weil streng bewertet wird. Blindverkostungen, internationale Jury, Punktesystem bis 100. Hier wird nichts verschenkt.

Die diesjährige Ausgabe verspricht besonders spannend zu werden. Laut Del Forno ist der Wettbewerb inzwischen ein strategischer Treffpunkt für Brauereien, die sich in einem stark wachsenden Markt positionieren wollen. Und dieser Markt wächst tatsächlich ordentlich. In Italien allein gibt es rund 270.000 diagnostizierte Zöliakiepatienten. Dazu kommt eine noch größere Gruppe von Menschen, die freiwillig auf glutenfreie Produkte setzt – etwa 18 Prozent der Bevölkerung. Da kommt schon ein ordentlicher Durst zusammen.

Das Entscheidende dabei: Glutenfrei bedeutet längst nicht mehr „geschmacklich eingeschränkt“. Im Gegenteil. Craft-Brauereien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich auch ohne Gluten eine beeindruckende Bandbreite an Stilen und Aromen umsetzen lässt. Von klassischen Lagerbieren über hopfenbetonte Varianten bis hin zu dunklen oder sogar experimentellen Spezialbieren – die Vielfalt ist da, und sie wächst weiter.

Auch Unionbirrai sieht genau darin die große Stärke der Szene. Generalsekretärin Simone Monetti betont, dass viele Brauereien früh erkannt haben, welches Potenzial in diesem Bereich steckt. Entsprechend viel Energie wurde investiert, um glutenfreie Biere auf ein Niveau zu bringen, das sich nicht verstecken muss. Und der Wettbewerb sorgt dafür, dass genau diese Qualität sichtbar wird.

Insgesamt treten die Biere in acht Kategorien gegeneinander an. Bewertet wird technisch und präzise, die besten drei jeder Kategorie werden ausgezeichnet. Dazu kommen Sonderpreise – etwa für das Bier, das am besten zu einer Margherita-Pizza passt. Eine Disziplin, die man ruhig öfter wissenschaftlich untersuchen dürfte.

Das Finale findet am 1. Juni 2026 in Rimini statt, im Rahmen von RiminiWellness. Wer selbst teilnehmen möchte, kann seine Biere noch bis zum 17. Mai anmelden, die Proben müssen kurz darauf eingereicht werden. Alle Details gibt es auf der offiziellen Website des Wettbewerbs.

Unterm Strich zeigt sich: Glutenfreies Bier ist längst kein Kompromiss mehr, sondern ein spannendes Spielfeld für Kreativität und Qualität. Und wer sich noch nicht daran gewagt hat, sollte vielleicht genau jetzt damit anfangen – rein aus wissenschaftlichem Interesse natürlich.