Das Oktoberfest 2026 wird teurer – aber überrascht das noch jemanden?

Es ist inzwischen fast so sicher wie das traditionelle „O’zapft is“: Sobald die ersten Vorbereitungen für das Oktoberfest beginnen, folgt die Diskussion über die Bierpreise. Auch 2026 macht die Wiesn hier keine Ausnahme. Die Maß Festbier kostet in den großen Festzelten zwischen 14,80 und 15,90 Euro und erreicht damit erneut einen Höchststand.

Wer befürchtet hatte, die magische Grenze von 16 Euro würde bereits in diesem Jahr fallen, kann vorerst aufatmen. Ganz knapp darunter bleiben die teuersten Zelte. Dennoch zeigt die Entwicklung deutlich, wohin die Reise geht: Das Bier auf dem Oktoberfest wird Jahr für Jahr teurer.

Betrachtet man die Preissteigerungen nüchtern, bewegen sich die Aufschläge meist zwischen 30 und 50 Cent pro Maß. Das klingt zunächst überschaubar. Wer allerdings mit Familie oder Freunden einen ganzen Tag auf der Wiesn verbringt, wird die Unterschiede am Ende des Tages durchaus auf der Rechnung bemerken.

Interessant ist dabei, dass nicht nur das Bier teurer geworden ist. Auch alkoholfreie Getränke haben erneut angezogen. Für einen Liter Limonade werden inzwischen durchschnittlich 12,47 Euro fällig, für Tafelwasser sogar über 11 Euro. Damit wird deutlich, dass die Preisentwicklung nicht allein das Bier betrifft, sondern die gesamte Gastronomie auf dem Festgelände.

Die Wirte verweisen auf gestiegene Kosten für Personal, Sicherheit, Auf- und Abbau sowie den Wareneinkauf. Nach ihren Angaben seien die tatsächlichen Kostensteigerungen sogar höher als die Preiserhöhungen für die Gäste. Ob man dieser Argumentation folgt oder nicht: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen auch vor dem größten Volksfest der Welt keinen Halt.

Aus Sicht der Besucher stellt sich jedoch eine andere Frage. Wo liegt die persönliche Schmerzgrenze? Während eingefleischte Wiesn-Fans vermutlich auch künftig ihre Maß bestellen werden, könnten die stetig steigenden Preise gerade für jüngere Besucher oder Familien zunehmend zum Problem werden.

Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass mit dem Bierpreis auf dem Oktoberfest mehr bezahlt wird als nur der Inhalt des Kruges. Die Gäste finanzieren auch die einzigartige Atmosphäre, die aufwendigen Festzelte, die Musik, das Personal und letztlich ein Stück bayerische Tradition. Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder Besucher selbst entscheiden.

Hier die Preise in den einzelnen Zelten :

  • Armbrustschützen-Festzelt: 15,90 Euro (15,50 Euro)
  • Augustiner-Festhalle: 14,90 Euro (14,50 Euro)
  • Bräurosl: 15,90 Euro (15,40 Euro)
  • Fischer-Vroni: 15,75 Euro (15,40 Euro)
  • Hacker-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Hofbräu-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Käfer Wiesn-Schänke: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Löwenbräu-Festzelt: 15,90 Euro (15,40 Euro)
  • Marstall: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Ochsenbraterei: 15,80 Euro (15,35 Euro)
  • Paulaner-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Schottenhamel-Festhalle: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Schützen-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)

Mein Eindruck: Die diesjährigen Preise überraschen nicht. Sie setzen lediglich einen Trend fort, der seit Jahren zu beobachten ist. Die große Schlagzeile wäre vermutlich eher eine Nullrunde gewesen. Solange die Zelte weiterhin ausverkauft sind und Millionen Menschen die Wiesn besuchen, dürfte sich an dieser Entwicklung wenig ändern.

Lambiek Fabriek – Organic&Wild Black-Belle

Die belgische Brauerei Lambiek Fabriek gehört zu den jüngeren Vertretern der traditionsreichen Lambic-Szene. Erst 2016 gegründet, widmet sich das Unternehmen ganz der spontanen Gärung und damit einer der faszinierendsten Biertraditionen Europas. Die Biere reifen in Eichenfässern und entstehen nach den Regeln eines Bierstils, der untrennbar mit dem Pajottenland südwestlich von Brüssel verbunden ist. Für diese Verkostung steht eine biologische Cassis-Variante auf dem Tisch. Die Kombination aus Lambic und schwarzen Johannisbeeren verspricht eine spannende Mischung aus Frucht, Säure und den typischen Eigenschaften spontan vergorener Biere.

Schon im Glas macht das Bier einen hervorragenden Eindruck. Leuchtend rot schimmert es im Licht, leicht hefetrüb und gekrönt von einem hellrosa Schaum. Dieser zieht sich zwar recht schnell zurück, unterstreicht aber den fruchtigen Charakter des Bieres.

Das Aroma wird von einer frischen, fruchtigen Säure geprägt. Die schwarzen Johannisbeeren sind klar erkennbar und erinnern an Cassislikör, ohne künstlich zu wirken. Dazu gesellt sich eine leichte Kandisnote, die für zusätzliche Tiefe sorgt.

Der Antrunk überrascht zunächst mit einer angenehmen Malzsüße. Die sehr feinperlige Kohlensäure verleiht dem Bier eine elegante Textur und sorgt für einen sanften Einstieg. Im Körper übernimmt dann die Frucht die Hauptrolle. Die Johannisbeeren stehen klar im Mittelpunkt und werden von einer frischen, aber gut eingebundenen Säure begleitet. Die anfängliche Süße zieht sich zunehmend zurück und macht Platz für ein ausgewogenes Wechselspiel aus Frucht und Säure. Das Mundgefühl bleibt dabei erstaunlich weich und zugänglich. Im Abgang zeigt sich der Lambic-Charakter am deutlichsten. Das Bier wird trockener, die Frucht bleibt präsent und verabschiedet sich mit einem kurzen, sauberen Nachklang. Gerade diese Trockenheit verhindert, dass die Frucht ins Süßliche abrutscht.

Besonders gelungen finde ich die Balance. Die schwarzen Johannisbeeren ergänzen den Lambic-Charakter, statt ihn zu überdecken. Dadurch entsteht ein Fruchtbier, das nicht wie ein Fruchtsaft wirkt, sondern seine Herkunft jederzeit erkennen lässt. Das Lambiek Fabriek Cassis verbindet die typische Frische eines Lambics mit den intensiven Aromen schwarzer Johannisbeeren. Fruchtig, angenehm sauer und bemerkenswert ausgewogen zeigt es, wie harmonisch Frucht und Spontangärung zusammenarbeiten können. Ein sehr zugänglicher Vertreter der Lambic-Welt, der sowohl Einsteiger als auch erfahrene Liebhaber spontangäriger Biere ansprechen dürfte.

Hervorragend passt das Bier zu Ziegenkäse, Entenbrust mit Beerensauce oder fruchtigen Desserts. Auch eine dunkle Schokoladentarte kann mit den Cassis-Aromen spannende Kombinationen ergeben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Schwarze Johannisbeeren

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Lambiek Fabriek
Eugène Ghijsstraat 71
1600 Leeuw-Saint-Pierre
Belgien
www.lambiekfabriek.be

Stadtländers Glanz

Bier aus Brot ist längst mehr als nur eine kuriose Idee. Angesichts der Diskussion um Lebensmittelverschwendung setzen immer mehr Brauereien und Bäckereien auf kreative Kooperationen, bei denen überschüssiges Brot einen zweiten Verwendungszweck findet. Das Bier von Stadtländers Glanz aus Walsrode und der ebenfalls in Walsrode ansässigen Brauerei Schnuckenbräu gehört zu diesen Projekten. Die traditionsreiche Brotmanufaktur, die seit 1892 besteht, verarbeitet geröstete Brote zu einem Bier, das Nachhaltigkeit und Genuss miteinander verbinden soll.

Im Glas präsentiert sich das Brotbräu bernsteinfarben und leicht opalisierend. Der Schaum baut sich zunächst ordentlich auf, fällt jedoch recht schnell wieder zusammen. Optisch wirkt das Bier durchaus ansprechend, auch wenn die Schaumstabilität ausbaufähig ist.

In der Nase zeigen sich sofort die Einflüsse des verwendeten Brotes. Karamell und Brotkruste prägen das Aroma deutlich. Dazu gesellen sich blumige Noten, die für etwas Frische sorgen und verhindern, dass das Bier zu eindimensional wirkt. Der Antrunk fällt recht süß aus. Unterstützt wird dieser Eindruck durch eine sehr feinperlige Kohlensäure, die das Bier angenehm weich erscheinen lässt. Im weiteren Verlauf bleibt die Süße das bestimmende Element. Karamellnoten stehen im Vordergrund, während die Bittere nur eine Nebenrolle spielt. Das Bier wirkt insgesamt recht schlank, fast etwas zu schlank für die vorhandene Süße. Gerade hier hätte ich mir etwas mehr Hopfencharakter gewünscht, um einen stärkeren Gegenpol zu schaffen und dem Bier mehr Balance zu verleihen. Im Abgang nimmt die Bittere zwar leicht zu, bleibt aber insgesamt zurückhaltend. Positiv fällt der lange Nachklang auf, der die malzigen und brotigen Aromen noch einige Zeit präsent hält.

Mein Eindruck fällt daher etwas zwiespältig aus. Die Idee hinter dem Bier gefällt mir ausgesprochen gut, und die Aromen von Brotkruste und Karamell passen hervorragend zum Konzept. Geschmacklich fehlt jedoch etwas Ausgewogenheit. Mehr Hopfen oder etwas mehr Tiefe im Körper hätten dem Bier gutgetan. Dennoch zeigt das Brotbräu, welches Potenzial in nachhaltigen Brauprojekten steckt. Das Stadtländers Glanz Brotbräu ist ein interessantes Bier mit klar erkennbarem Brotcharakter und einer sympathischen nachhaltigen Idee. Die ausgeprägte Süße und die geringe Bittere verhindern zwar eine perfekte Balance, dennoch ist es ein gelungener Ansatz, der neugierig auf zukünftige Entwicklungen macht.

Besonders gut passt das Brotbräu zu deftigen Brotzeiten, einer fränkischen Schlachteplatte, Schinken, Leberwurst oder kräftigem Bergkäse. Die malzigen und brotigen Noten harmonieren hervorragend mit herzhaften Speisen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Geröstetes Brot (Roggen, Weizen, Dinkel, Salz), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Meyer Braugesellschaft KG
Schnuckenbräu
Hünzingen 3
29664 Walsrode
www.schnuckenbraeu.de

für

Brotmanufaktur Stadtländer
Quintusstr. 31
29664 Walsrode
www.brotmanufaktur-stadtlaender.de

Italienische Brauer feiern 30 Jahre Craftbier mit einem gemeinsamen Jubiläumsbier

Die italienische Craftbier-Szene begeht in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Zum 30. Geburtstag der modernen italienischen Craftbier-Bewegung hat der Brauerverband Unionbirrai die Initiative „Buona Questa Birra!“ ins Leben gerufen. Das Besondere daran: Zahlreiche Brauereien aus ganz Italien brauen gemeinsam dasselbe Bier – und setzen damit ein Zeichen für Zusammenhalt, Vielfalt und die Entwicklung des handwerklichen Bierbrauens im Land.

Bei dem Projekt handelt es sich um einen landesweiten Gemeinschaftssud, an dem Dutzende unabhängige Brauereien beteiligt sind. Grundlage bildet eine gemeinsame Rezeptur, die von allen Teilnehmern verwendet wird. Gleichzeitig bleibt den Brauern genügend Spielraum, um ihre persönliche Handschrift und regionale Besonderheiten einfließen zu lassen. So entsteht eine Vielzahl individueller Interpretationen eines gemeinsamen Bierkonzepts.

Als Bierstil wurde bewusst ein Italian Pilsner gewählt. Dieser Stil gilt als eine der erfolgreichsten Eigenentwicklungen der italienischen Craftbier-Szene und verbindet hohe Trinkbarkeit mit handwerklicher Raffinesse. Die Organisatoren sehen darin den idealen Botschafter für die Entwicklung des italienischen Craftbiers in den vergangenen drei Jahrzehnten.

Vittorio Ferraris, Präsident von Unionbirrai, beschreibt die Idee hinter dem Projekt als bewusst unkompliziert. Bier solle Menschen zusammenbringen und Gemeinschaft schaffen. Genau diesen Gedanken greife bereits der Name „Buona Questa Birra!“ auf – ein Satz, den Biertrinker häufig spontan äußern, wenn ihnen ein Bier besonders gut schmeckt.

Die ersten Gemeinschaftssude fanden bereits in mehreren Regionen Italiens statt. Brauereien in der Toskana, Emilia-Romagna, Trentino-Südtirol, Friaul-Julisch Venetien und der Lombardei beteiligten sich ebenso wie zahlreiche weitere Betriebe im ganzen Land. Teilweise wurden die Brautage öffentlich durchgeführt, sodass Interessierte den Brauprozess verfolgen und direkt mit den Brauern ins Gespräch kommen konnten.

Die Jubiläumsinitiative verdeutlicht zugleich die beeindruckende Entwicklung der italienischen Craftbier-Branche. Als die Bewegung 1996 begann, spielte handwerklich gebrautes Bier in Italien kaum eine Rolle. Heute existieren rund 900 Mikrobrauereien sowie etwa 200 Brewpubs. Die jährliche Produktion liegt inzwischen zwischen 400.000 und 500.000 Hektolitern und erreicht damit rund 2,5 Prozent des gesamten italienischen Biermarktes.

Darüber hinaus hat die Craftbier-Bewegung die Bierkultur des Landes nachhaltig verändert. Zahlreiche Bierstile, die vor wenigen Jahrzehnten noch weitgehend unbekannt waren, gehören heute zum festen Bestandteil der italienischen Bierszene. Gleichzeitig haben Ausbildung, Bierwissen und die Wertschätzung handwerklich gebrauter Biere deutlich zugenommen.

Ab Anfang Juni soll das Jubiläumsbier in ganz Italien erhältlich sein. Einen besonderen Höhepunkt bildet die Veranstaltungsreihe „Birrifici Aperti Unionbirrai“ sowie der Nationale Tag des Craftbiers vom 19. bis 25. Juni 2026. Dann öffnen zahlreiche Brauereien ihre Türen für Besucher und bieten die Möglichkeit, die Vielfalt der italienischen Craftbier-Kultur hautnah zu erleben.

Mit „Buona Questa Birra!“ feiert Italien nicht nur ein Jubiläum, sondern auch eine Erfolgsgeschichte, die aus einer kleinen Bewegung eine international anerkannte Craftbier-Szene gemacht hat.

Verhaeghe – Duchesse Cherry

Fruchtbiere haben in Belgien eine lange Tradition. Während viele Bierfreunde bei Kirschbier sofort an Kriek und die Welt der Lambics denken, geht die Duchesse Cherry einen anderen Weg. Als Grundlage dient kein Lambic, sondern ein flämisches Rotbraunes Bier aus Westflandern, das durch Fassreifung und gemischte Gärung seine charakteristische Säure erhält. Zusammen mit echten belgischen Sauerkirschen entsteht daraus ein Bier, das Frucht, Säure und Holzaromen auf bemerkenswerte Weise verbindet.

Für die Herstellung werden ausschließlich belgische Sauerkirschen der Sorte „Kriek Gorsem“ verwendet. Auf künstliche Aromen oder Fruchtextrakte verzichtet die Brauerei vollständig. Nach der Reifung des Grundbieres in Eichenfässern erhält das Bier eine großzügige Portion Kirschen, genauer gesagt 20 kg Kirschen je Hektoliter Bier, mit denen es weitere sechs Monate mazeriert. Insgesamt vergehen rund zwei Jahre, bis das fertige Bier in die Flasche kommt.

Im Glas präsentiert sich die Duchesse Cherry in einem leuchtenden Rubinrot. Das Bier ist kristallklar und macht optisch sofort Lust auf den ersten Schluck. Der Schaum baut sich zwar ansprechend auf, fällt jedoch stiltypisch recht schnell wieder zusammen.

Bereits in der Nase wird deutlich, wohin die Reise geht. Die fruchtige Säure steht klar im Vordergrund und erinnert an rote Beeren sowie Sauerkirschen. Die Kirsche selbst bleibt zunächst etwas zurückhaltend und unterstützt das Aromenspiel eher aus dem Hintergrund. Ergänzt wird das Bouquet durch feine Kandisnoten und dezente Holzanklänge aus der Fassreifung.

Der Antrunk wirkt lebhaft und spritzig. Eine dezente Süße sorgt zunächst für Balance, wird jedoch rasch von der Säure eingeholt. Diese Entwicklung macht den Reiz des Bieres aus und sorgt für eine enorme Frische. Im Körper zeigt sich die Duchesse Cherry überraschend säurebetont. Die Säure drängt die vorhandene Süße deutlich in den Hintergrund und prägt das gesamte Geschmacksbild. Gleichzeitig tritt die Kirsche nun wesentlich stärker hervor als noch im Aroma. Dadurch entsteht ein authentischer Fruchteindruck, der weder künstlich noch übertrieben süß wirkt. Der Körper bleibt schlank und unterstützt den erfrischenden Charakter des Bieres. Der Abgang fällt trocken aus. Bittere spielt praktisch keine Rolle, dafür treten die Holznoten aus der Fasslagerung noch einmal deutlich hervor. Der Nachhall bleibt eher kurz, hinterlässt aber einen angenehm trockenen und komplexen Eindruck.

Die Duchesse Cherry richtet sich vor allem an Liebhaber säurebetonter belgischer Spezialitäten. Wer ein süßes Kirschbier erwartet, dürfte überrascht werden. Stattdessen bietet dieses Bier eine spannende Kombination aus authentischer Frucht, markanter Säure und eleganten Fassnoten. Gerade an warmen Tagen oder als Begleiter zu Käse und fruchtigen Desserts entfaltet die westflämische Herzogin ihre Stärken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Kirschen (0 kg/100 l), Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

13 IBU

Brauerei:

Brasserie Verhaeghe-Vichte
Sint-Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

Historischer Wandel in Frankreich: Bier überholt erstmals Wein beim Konsum

Frankreich gilt weltweit als das Land des Weins. Kaum ein anderes Getränk ist so eng mit der französischen Kultur verbunden wie ein Glas Rot-, Weiß- oder Roséwein zum Essen. Umso bemerkenswerter ist eine Entwicklung, die sich nun erstmals in den offiziellen Statistiken widerspiegelt: Im Jahr 2025 wurde in Frankreich erstmals mehr Bier als Wein konsumiert.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) tranken die Franzosen rund zehn Millionen Liter mehr Bier als Wein. Während der Bierkonsum weitgehend stabil blieb, sank der Weinkonsum auf den niedrigsten Stand seit rund 70 Jahren.

Allerdings ist dieser historische Wechsel weniger auf einen sprunghaften Anstieg des Bierkonsums zurückzuführen als vielmehr auf den anhaltenden Rückgang beim Wein. Die Weinbranche kämpft bereits seit Jahrzehnten mit einer sinkenden Nachfrage im Inland. Besonders Rotwein verliert zunehmend an Bedeutung, während jüngere Generationen insgesamt weniger Alkohol konsumieren und traditionelle Essgewohnheiten immer stärker aufbrechen.

Der aktuelle OIV-Bericht zeigt, dass der Weinkonsum 2025 gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 22 Millionen Hektoliter zurückging. Gleichzeitig produziert Frankreich weiterhin deutlich mehr Wein als im eigenen Land getrunken wird. Die Jahresproduktion lag zuletzt bei 36,1 Millionen Hektolitern.

Experten sehen mehrere Ursachen für diese Entwicklung. Die französische Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Kleinere Haushalte, kürzere Mittagspausen, mehr Außer-Haus-Verpflegung und ein insgesamt verändertes Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein beeinflussen auch die Trinkgewohnheiten. Hinzu kommen staatliche Gesundheitskampagnen und gesellschaftliche Veränderungen, die den Alkoholkonsum insgesamt reduzieren.

Inzwischen gibt mehr als die Hälfte der französischen Bevölkerung an, nicht jede Woche Alkohol zu trinken. Damit verändert sich eine Tradition, die lange als fester Bestandteil des Alltags galt.

Bier profitiert von neuen Trends

Während die Weinbranche mit sinkenden Absatzzahlen kämpft, konnte sich Bier erfolgreicher an die veränderten Verbraucherwünsche anpassen. Der Pro-Kopf-Konsum liegt seit Jahren relativ konstant bei etwa 33 Litern jährlich.

Besonders die Vielfalt des Angebots spielt dabei eine wichtige Rolle. Die wachsende Zahl von Mikrobrauereien und Craftbier-Betrieben hat das Angebot in Frankreich deutlich erweitert. Verbraucher finden heute eine wesentlich größere Auswahl an Bierstilen und Geschmacksrichtungen als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Als besonders dynamisch erweist sich der Markt für alkoholfreie Biere. Dieses Segment verzeichnete innerhalb eines Jahres ein Wachstum von rund zwölf Prozent. Damit folgt Frankreich einem Trend, der auch in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern zu beobachten ist.

Die Weinwirtschaft versucht ebenfalls, auf die veränderten Konsumgewohnheiten zu reagieren. Viele Produzenten setzen verstärkt auf moderne Vermarktungskonzepte sowie auf Bio- und Naturweine, um insbesondere jüngere Zielgruppen anzusprechen.

Trotz der rückläufigen Inlandsnachfrage bleibt Frankreich jedoch eine Weinmacht. Mit jährlichen Exporterlösen von rund elf Milliarden Euro ist das Land weiterhin der weltweit bedeutendste Weinexporteur.

Der historische Wechsel an der Spitze der Getränkestatistik zeigt dennoch deutlich, wie stark sich Konsumgewohnheiten verändern können. Selbst in einem Land, das wie kaum ein anderes mit Wein verbunden wird, gewinnt Bier zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt dank seiner Vielfalt und der erfolgreichen Entwicklung alkoholfreier Alternativen.

Veltins – Helles Pülleken 0,0 %

Mit dem Hellen Pülleken 0,0 % erweitert die Brauerei Veltins ihre beliebte Pülleken-Familie um eine alkoholfreie Variante. Nachdem das klassische Helle und das fruchtige Zitrönken bereits viele Freunde gefunden haben, reagiert die Brauerei damit auf die weiterhin steigende Nachfrage nach alkoholfreien Bieren. Ziel ist es, den unkomplizierten Charakter der Marke auch ohne Alkohol erlebbar zu machen.

Optisch präsentiert sich das Helle Pülleken 0,0 % äußerst ansprechend. Im Glas leuchtet es in einem hellen Goldton und zeigt sich kristallklar. Darüber baut sich eine üppige, schneeweiße Schaumkrone auf, die erfreulich lange erhalten bleibt und Lust auf den ersten Schluck macht.

In der Nase zeigt sich das Bier angenehm zurückhaltend. Mildes helles Malz bildet die Grundlage, während dezente fruchtige und würzige Noten für zusätzliche Abwechslung sorgen. Das Aroma wirkt ausgewogen und passt gut zum unkomplizierten Charakter des Bieres.

Der Antrunk fällt überraschend süß aus. Unterstützt wird dieser Eindruck von einer lebhaften Kohlensäure, die dem Bier viel Frische verleiht. Gerade an warmen Tagen wirkt diese Spritzigkeit ausgesprochen angenehm. Im weiteren Verlauf bleibt die Malzsüße zunächst präsent. Allerdings gesellt sich eine passende Bittere hinzu, die für Balance sorgt und verhindert, dass das Bier zu eindimensional wirkt. Das Mundgefühl bleibt dabei bewusst schlank und leicht, was den Trinkfluss fördert. Auch der Abgang fällt mild aus und verzichtet auf starke Ecken und Kanten. Genau darin liegt jedoch eine der Stärken des Hellen Pülleken 0,0 %. Es versteht sich nicht als komplexes Verkostungsbier, sondern als unkomplizierter Begleiter für entspannte Momente.

Wer ein alkoholfreies Bier mit hoher Trinkbarkeit sucht, wird hier fündig. Das Helle Pülleken 0,0 % punktet mit Frische, einer angenehmen Balance aus Süße und Bittere sowie einem unkomplizierten Charakter. Besonders an warmen Sommerabenden kann es seine Qualitäten als erfrischender Durstlöscher voll ausspielen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei C.& A. VELTINS GmbH & Co. KG
An der Streue
59872 Meschede-Grevenstein
www.puelleken.de

Golden Alkno

Golden Alkno

Fruchtiger Bier-Cocktail ohne Alkohol. Erfrischend, fruchtig und schnell gemixt: Der Golden Alknokombiniert exotische Maracuja mit Zitrusnoten und alkoholfreiem Bier. Ideal fürwarme Tage, Grillabende oder als alkoholfreie Alternative auf Feiern.
Zubereitungszeit 5 Minuten
Gesamtzeit 5 Minuten
Gericht: Getränke

Zutaten
  

  • 2 cl Limettensirup
  • 2 cl Zitronensaft
  • 6 cl Maracujasaft
  • alkoholfreies Bier zum Aufgießen
  • Limetten- oder Maracujascheiben optional zur Dekoration

Method
 

  1. Limettensirup,Zitronensaft und Maracujasaft in ein Glas oder einen Cocktailshaker geben.
  2. NachWunsch mit Eiswürfeln verrühren oder kurz shaken.
  3. DieMischung in ein Glas füllen und mit alkoholfreiem Bier aufgießen.
  4. Vorsichtigumrühren und nach Belieben mit einer Limettenscheibe garnieren.
  5. Gutgekühlt servieren.

Notizen

Für einen besonders frischen Geschmack eignet sich ein hopfenbetontes alkoholfreies Pils. Wer es etwas milder mag, kann zu einem alkoholfreien Hellen greifen.

Brauw – Armout Macleod Cachaca oaked

Rezension: Armout Macleod Winter Cachaça Oaked Edition 2025 – Schottische Stärke trifft brasilianische Exotik

Die belgische Brauerei Armout Macleod ist für kräftige, charakterstarke Scotch Ales bekannt. Mit der Winter Cachaça Oaked Edition 2025 wagt sie jedoch einen ungewöhnlichen Schritt und verbindet die malzige Wucht eines Strong Scotch Ale mit den exotischen Einflüssen eines holzgereiften brasilianischen Cachaça. Das Ergebnis ist ein Winterbier, das Tradition und Experimentierfreude auf bemerkenswerte Weise vereint.

Grundlage der limitierten Sonderedition ist das bekannte Armout Macleod Strong Scotch Ale. Für die Winterversion wurde das Bier mit Ypióca Cachaça Ouro aromatisiert, einem in Holzfässern gereiften Zuckerrohrschnaps aus Brasilien. Anschließend durfte das Bier zusätzlich auf mittelgerösteter Eiche reifen. Dadurch entsteht ein komplexes Zusammenspiel aus Malz, Holz, Spirituose und Fassaromen.

Bereits optisch zeigt sich die Winter Cachaça Oaked Edition äußerst charaktervoll. Das Bier präsentiert sich in einem dunklen Braunton mit deutlicher Hefetrübung. Der Schaum ist zwar nur von kurzer Dauer und verschwindet nahezu unmittelbar nach dem Einschenken, was bei starken und holzgereiften Bieren jedoch nicht ungewöhnlich ist.

In der Nase dominieren zunächst Karamell- und Kaffeenoten. Dazu gesellen sich deutliche Holzaromen, während der Cachaça eher unterstützend wirkt und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt. Die Aromatik wirkt komplex, ohne überladen zu sein.

Der Antrunk fällt überraschend weich aus. Eine angenehme Malzsüße trifft auf eine sehr feinperlige Kohlensäure, die dem kräftigen Bier eine elegante Struktur verleiht. Bereits hier wird deutlich, dass es sich um ein Genussbier handelt, das Zeit und Aufmerksamkeit verdient. Im Körper entfaltet sich schließlich die ganze Komplexität. Die Holznoten treten gemeinsam mit dem Cachaça deutlich hervor und verbinden sich mit Karamell- sowie dezenten Röstaromen. Besonders interessant ist die Assoziation zu einem fassgereiften Bockbier. Trotz seines kräftigen Charakters wirkt das Bier nicht schwerfällig. Das samtige Mundgefühl sorgt für eine bemerkenswerte Eleganz, während der Alkohol die vorhandenen Aromen unterstützt und abrundet, ohne jemals scharf oder störend zu wirken. Der Abgang bleibt zunächst erstaunlich mild. Erst langsam gewinnt die alkoholische Wärme an Intensität und begleitet den langen Nachhall. Holz, Karamell und die feinen Spirituosennoten bleiben dabei lange präsent und laden zum nächsten Schluck ein.

Mit der Winter Cachaça Oaked Edition 2025 ist Armout Macleod ein außergewöhnliches Winterbier gelungen. Die Kombination aus kräftigem Scotch Ale, brasilianischem Cachaça und Eichenreifung erzeugt ein vielschichtiges Geschmackserlebnis, das sowohl Liebhaber starker Biere als auch Freunde fassgereifter Spezialitäten begeistern dürfte. Die exotischen Einflüsse bleiben dabei stets dezent und ergänzen den Charakter des Bieres, anstatt ihn zu überdecken.

Besonders gut passt das Bier zu geschmorten Rinderbacken, Wildgerichten oder einem kräftigen Schokoladendessert. Auch gereifter Gouda, alter Comté oder würziger Bergkäse harmonieren hervorragend mit den Holz-, Karamell- und Spirituosennoten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Zucker, Cachaca, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Farbe:

36 EBC

Brauerei:

Brauw
Molenstraat 37-/1
3600 Genk
Belgien
www.brauw.be

Rekordtreffen der Diplom-Biersommeliers in Bamberg stärkt das Branchennetzwerk

Auch wenn diese Meldung inzwischen nicht mehr ganz aktuell ist, soll sie der Vollständigkeit halber dennoch ihren Platz auf Bierzirkus.de finden. Schließlich bietet sie interessante Einblicke in die Arbeit des Verbands der Diplom-Biersommeliers und zeigt, wie eng die verschiedenen Bereiche der Bierbranche miteinander vernetzt sind.

Beim Frühjahrstreffen des Verbands der Diplom-Biersommeliers in Bamberg stand nicht nur die fränkische Bierkultur im Mittelpunkt, sondern auch der fachliche Austausch zwischen Brauereien, Handel, Gastronomie und Bierexperten. Die Veranstaltung entwickelte sich zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, wie lebendig und vielfältig die Bierbranche heute aufgestellt ist.

Ein Programmpunkt führte die Teilnehmenden zur Bierothek, einem Fördermitglied des Verbandes. Bei einem Rundgang durch das Zentrallager erhielten die Biersommeliers Einblicke in moderne Handels- und Logistikstrukturen. Dabei wurde deutlich, wie stark sich der Bierhandel in den vergangenen Jahren verändert hat und welche Rolle effiziente Lager- und Vertriebswege inzwischen spielen.

Tradition und Innovation vereint

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Brauerei Kundmüller im fränkischen Weiher. Die Familienbrauerei, die als „Freund des Verbandes“ eng mit den Diplom-Biersommeliers verbunden ist, gilt als Beispiel dafür, wie sich traditionelle Braukunst erfolgreich mit modernen Ideen verbinden lässt. Die kontinuierliche Entwicklung des Betriebs und zahlreiche internationale Auszeichnungen belegen die hohe Qualität der dort gebrauten Biere.

Ergänzt wurde das Programm durch Besuche weiterer bedeutender Bamberger Brauereien. Besonders die traditionsreiche Brauerei Schlenkerla verdeutlichte, weshalb Bamberg weltweit als eine der wichtigsten Bierstädte gilt. Mit ihrer konsequent gepflegten Brautradition und den berühmten Rauchbieren steht sie exemplarisch für die kulturelle Bedeutung des Brauwesens in Franken.

Mehr als nur Fachwissen

Das Frühjahrstreffen vermittelte den Teilnehmenden weit mehr als technische oder sensorische Kenntnisse. Im Mittelpunkt stand vor allem der persönliche Austausch innerhalb der Branche. Gespräche zwischen Brauereien, Gastronomen, Händlern und Ausbildern ermöglichten neue Perspektiven und stärkten bestehende Kontakte.

Klaus Artmann, Präsident des Verbands der Diplom-Biersommeliers, hob insbesondere die Bedeutung dieses Miteinanders hervor. Gerade der enge Zusammenhalt innerhalb der Branche trage dazu bei, Werte, Vielfalt und Qualitätsbewusstsein zu fördern und weiterzugeben.

Ein lebendiges Netzwerk mit Zukunft

Dass ein Großteil der Organisation solcher Veranstaltungen durch engagierte Mitglieder getragen wird, zeigt die besondere Stärke des Verbandes. Das Frühjahrstreffen in Bamberg war damit nicht nur eine Fachveranstaltung, sondern zugleich Ausdruck einer aktiven Gemeinschaft, die vom Austausch und gegenseitiger Unterstützung lebt.

Mit dem Rekordtreffen setzte der Verband ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung seines Netzwerks. Der Blick richtet sich nun auf die kommenden Veranstaltungen, insbesondere auf die Jahreshauptversammlung im Oktober 2026 in Köln.

Über den Verband der Diplom-Biersommeliers

Der 2005 gegründete Verband der Diplom-Biersommeliers ist heute das größte internationale und branchenübergreifende Netzwerk für Biersommelièren und Biersommeliers. Mit mehr als 1.600 Mitgliedern weltweit setzt sich der Verband für die Förderung der Bierkultur, die Positionierung von Bier als hochwertiges Genussmittel und die öffentliche Wahrnehmung des Berufsbildes ein. Unterstützt wird die Organisation von zahlreichen Fördermitgliedern, Partnerverbänden und Unternehmen aus der Brauwirtschaft.