Karlsberg startet die Braunachttour 2026

Die Braunacht ist zurück – und bringt 2026 wieder ordentlich Bewegung ins Glas. Mit der Braunachttour schickt Karlsberg nicht nur frisches Bier, sondern gleich ein ganzes Eventkonzept durch die Region. Auftakt ist am 25. April in Homburg – und wer schon einmal dabei war, weiß: Das wird kein stiller Abend.

Los geht’s klassisch, wie es sich für ein anständiges Bierfest gehört – mit einem Fassanstich um 16 Uhr auf dem Historischen Marktplatz. Danach heißt es: Zapfhähne auf, Musik an und bitte nicht wundern, wenn sich die Stadt plötzlich wie ein einziges großes Wirtshaus anfühlt. Livemusik sorgt für Festivalstimmung, während sich die ersten Gläser füllen und die Braunacht langsam Fahrt aufnimmt.

Richtig spannend wird es beim Bier selbst. Für diesen Abend hat Karlsberg gleich drei exklusive Sorten eingebraut, die es so nur hier gibt. Ein fruchtiges Kirschbier, das dunkle und kräftige Nachtschicht sowie ein naturbelassenes Zwickel. Drei unterschiedliche Charaktere, die alle dasselbe Ziel haben: Sie sollen Ihnen möglichst gut schmecken. Und im Idealfall so gut, dass Sie direkt abstimmen.

Denn die Gäste entscheiden, welches Bier gewinnt. Das Lieblingsbier der Braunacht bekommt nicht nur Ruhm und Ehre, sondern sogar die Chance, ins reguläre Sortiment aufgenommen zu werden. Man könnte also sagen: Hier wird nicht nur getrunken, sondern auch bierpolitisch mitentschieden.

Während auf dem Marktplatz gegen 20 Uhr die Musik langsam ausklingt, geht der Abend erst richtig los. Dann verlagert sich das Geschehen in die Gastronomie der Stadt. Ob Cash, Stehschoppe, Old Dublin, Marktgässje oder Kaya’s – überall fließen die exklusiven Biere, und jede Location bringt ihren eigenen Charakter mit. Besonders beeindruckend wird es in der Alten Schlosserei. Zwischen historischen Mauern wartet hier mit 20 Zapfhähnen die wohl größte Biertheke der Region. Wer sich da nicht durchprobiert, ist selbst schuld.

Und weil ein Abend einfach nicht reicht, geht die Braunacht direkt auf Tour. Nach Homburg folgen Saarlouis, Merzig, St. Ingbert, Kaiserslautern und schließlich St. Wendel. Sechs Städte, sechs Abende und immer die gleiche Frage: Welches Bier macht heute das Rennen?

Unterm Strich zeigt die Braunacht, wie viel Spaß Bier machen kann, wenn man es nicht nur trinkt, sondern auch feiert. Mit Musik, neuen Ideen und der angenehmen Erkenntnis, dass man manchmal einfach nur ein Glas in die Hand nehmen und den Abend genießen muss.

Der Wettbewerb der World Gluten Free Beer Awards 2026 ist im Gange

Glutenfrei, aber bitte mit Geschmack – genau darum dreht sich auch 2026 wieder alles bei den World Gluten Free Beer Awards. Der internationale Wettbewerb ist längst mehr als nur eine Nische für Spezialbiere. Er zeigt eindrucksvoll, wie sich ein ehemals belächeltes Segment zu einem ernstzunehmenden Teil der Craftbier-Welt entwickelt hat.

Hinter dem Ganzen steht Unionbirrai, der italienische Verband unabhängiger Craft-Brauereien, der den Wettbewerb als Teil seiner „Bier des Jahres“-Reihe organisiert. Seit der Gründung im Jahr 2013 durch Bierjournalist Alfonso Del Forno hat sich der Wettbewerb zum festen Bezugspunkt für glutenfreie Biere entwickelt. Und das nicht, weil man hier nett zueinander ist – sondern weil streng bewertet wird. Blindverkostungen, internationale Jury, Punktesystem bis 100. Hier wird nichts verschenkt.

Die diesjährige Ausgabe verspricht besonders spannend zu werden. Laut Del Forno ist der Wettbewerb inzwischen ein strategischer Treffpunkt für Brauereien, die sich in einem stark wachsenden Markt positionieren wollen. Und dieser Markt wächst tatsächlich ordentlich. In Italien allein gibt es rund 270.000 diagnostizierte Zöliakiepatienten. Dazu kommt eine noch größere Gruppe von Menschen, die freiwillig auf glutenfreie Produkte setzt – etwa 18 Prozent der Bevölkerung. Da kommt schon ein ordentlicher Durst zusammen.

Das Entscheidende dabei: Glutenfrei bedeutet längst nicht mehr „geschmacklich eingeschränkt“. Im Gegenteil. Craft-Brauereien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich auch ohne Gluten eine beeindruckende Bandbreite an Stilen und Aromen umsetzen lässt. Von klassischen Lagerbieren über hopfenbetonte Varianten bis hin zu dunklen oder sogar experimentellen Spezialbieren – die Vielfalt ist da, und sie wächst weiter.

Auch Unionbirrai sieht genau darin die große Stärke der Szene. Generalsekretärin Simone Monetti betont, dass viele Brauereien früh erkannt haben, welches Potenzial in diesem Bereich steckt. Entsprechend viel Energie wurde investiert, um glutenfreie Biere auf ein Niveau zu bringen, das sich nicht verstecken muss. Und der Wettbewerb sorgt dafür, dass genau diese Qualität sichtbar wird.

Insgesamt treten die Biere in acht Kategorien gegeneinander an. Bewertet wird technisch und präzise, die besten drei jeder Kategorie werden ausgezeichnet. Dazu kommen Sonderpreise – etwa für das Bier, das am besten zu einer Margherita-Pizza passt. Eine Disziplin, die man ruhig öfter wissenschaftlich untersuchen dürfte.

Das Finale findet am 1. Juni 2026 in Rimini statt, im Rahmen von RiminiWellness. Wer selbst teilnehmen möchte, kann seine Biere noch bis zum 17. Mai anmelden, die Proben müssen kurz darauf eingereicht werden. Alle Details gibt es auf der offiziellen Website des Wettbewerbs.

Unterm Strich zeigt sich: Glutenfreies Bier ist längst kein Kompromiss mehr, sondern ein spannendes Spielfeld für Kreativität und Qualität. Und wer sich noch nicht daran gewagt hat, sollte vielleicht genau jetzt damit anfangen – rein aus wissenschaftlichem Interesse natürlich.

Huyghe – Blanche des Neiges

Jetzt steht vor mir ein Bier aus der Brasserie Huyghe, ein Winterbier namens Branche des Neiges. Dabei handelt es sich um ein typisches belgisches Weißbier mit einem Alkoholgehalt von 4,9 Volumenprozent. Im Gegensatz zu einem Witbier hat die Brauerei hier auf die Verwendung von Koriander und Salz verzichtet. Das ist ungewöhnlich, aber da ich mit den Bieren dieser Brauerei in der Vergangenheit durchgängig gute Erfahrungen gemacht habe, gehe ich davon aus, dass die Brauer auch hier wussten, was sie taten. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Im Glas zeigt sich das Blanche des Neiges in einem hellen, weizengelben Ton mit deutlicher Hefetrübung. Eine feinporige, schneeweiße Schaumkrone setzt sich darüber und bleibt angenehm stabil – genau so, wie man es von einem Weißbier aus Belgien erwarte.

In der Nase entfaltet sich ein frisches und lebendiges Aromenspiel. Zitrusnoten stehen klar im Vordergrund, begleitet von Banane und einer feinen Würze, die an Koriander erinnert. Dahinter schwingen leichte florale Nuancen und ein Hauch von Getreide mit, der dem Duft eine angenehme Tiefe verleiht.

Der Antrunk ist spritzig und erfrischend. Eine lebendige, feinperlige Kohlensäure trägt die Aromen sofort über den Gaumen. Zunächst zeigt sich eine milde, leicht süßliche Malznote, die schnell von fruchtigen Zitrusaromen abgelöst wird. Orange und Zitrone dominieren dabei, unterstützt von einer dezenten, würzigen Note. Im Vergleich zu einem Witbier ist der Geschmack ungewöhnlich kräftig. Trotzdem wirkt das Bier im weiteren Verlauf angenehm leicht und ausgewogen. Eine feine Säure sorgt für zusätzliche Frische und macht das Bier besonders trinkfreudig. Das Mundgefühl ist weich und zugleich lebendig, mit einem schlanken Körper, der perfekt zur erfrischenden Gesamtcharakteristik passt. In der Kehle zeigt sich das Blanche des Neiges trocken und sauber, mit einem leicht würzigen Nachklang und einer zarten Zitrusnote, die noch kurz am Gaumen verweilt.

Insgesamt ist das Blanche des Neiges ein klassisches, sehr gut ausbalanciertes Weißbier, das mit Frische, Würze und hoher Drinkability überzeugt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij L. Huyghe
Brusselstw. 282
9090 Melle
Belgien
www.brouwerijhuyghe.be

Bier mit Trauben bleibt Bier

In Italien hat sich in den letzten Jahren eine spannende Entwicklung innerhalb der Craft-Beer-Szene etabliert: Biere, die mit Zutaten aus der Weinwelt gebraut werden. Ob frische Trauben, Traubenmost oder sogar Trester – die Verbindung von Brau- und Weinkultur ist längst mehr als ein Experiment. Doch genau diese Kreativität sorgte bisher auch für rechtliche Unsicherheiten.

Nun gibt es endlich Klarheit. Die italienische Behörde ICQRF (Zentrale Inspektion für Qualitätsschutz und Betrugsbekämpfung von Agrar- und Lebensmittelprodukten) hat offiziell bestätigt, dass Biere mit Zutaten aus der Weinwelt weiterhin als Bier vermarktet werden dürfen. Voraussetzung ist allerdings eine klare Kennzeichnung.

Konkret bedeutet das: Werden bei der Herstellung beispielsweise Trauben oder Traubenmost verwendet, muss dies auch in der Verkaufsbezeichnung auftauchen. Begriffe wie „Traubenbier“ oder „Bier mit Traubenmost“ sind verpflichtend, damit Verbraucher transparent informiert werden.

Rechtliche Grundlage ist ein Gesetz aus dem Jahr 1962, das bei der Verwendung zusätzlicher Zutaten verlangt, dass diese im Namen des Produkts genannt werden. Die aktuelle Klarstellung sorgt nun dafür, dass dieses Gesetz einheitlich ausgelegt wird.

Für viele italienische Craft-Brauereien ist das eine große Erleichterung. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Streitfällen, Beschlagnahmungen und Sanktionen – oft aufgrund unterschiedlicher Interpretationen der Vorschriften. Besonders betroffen waren Produzenten von sogenannten Italian Grape Ales, einem Stil, der Bier und Wein auf innovative Weise kombiniert.

Der Branchenverband Unionbirrai hatte daher eine offizielle Stellungnahme eingefordert. Mit Erfolg: Die Antwort der Behörde schafft nun Rechtssicherheit und bestätigt, dass die Verwendung von Traubenbestandteilen grundsätzlich erlaubt ist – solange die Kennzeichnung korrekt und transparent erfolgt.

Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt für die italienische Brauszene. Gerade die Verbindung von Bier- und Weintradition gilt als eine der spannendsten Entwicklungen der letzten Jahre. Italian Grape Ales haben sich inzwischen international einen Namen gemacht und stehen für kreative, regional geprägte Braukunst.

Mit der neuen Klarstellung können Brauereien in Italien nun weiter experimentieren – ohne rechtliche Grauzonen, dafür mit klaren Regeln. Und für Bierliebhaber bedeutet das vor allem eines: noch mehr Vielfalt im Glas.

Wildwuchs – Fastmoker

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem Wildwuchs Brauwerk in Hamburg vor mir. Die Brauerei bewirbt das Bier als fruchtig-herbes Pils. Da bin mal gespannt, was die Brauer da zustande gebracht haben. Der Name Fastmoker stammt im Übrigen aus dem Hamburger Hafen und benennt die Männer und ihre offenen kleinen Arbeitsschiffe, die die großen Schiffe vertäuten, eine der gefährlichsten Arbeiten im Hafen-

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik des Fastmoker ist also schon mal sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch fruchtige und kräuterartige Aromen. Schon in der Nase merke ich, dass es sich bezahlt macht, dass der Hopfen aus Tettnang erst nach der Hauptgärung verwendet wurde.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie durch eine feinperlige und doch kräftige Kohlensäure aus. Schnell gesellt sich eine angenehme Fruchtigkeit, die mich an Äpfel erinnert, zur Süße und auch die kräuterartigen Aromen kommen zum Tragen. Das Mundgefühl ist weich, während die Bittere im Mund nur zurückhaltend zum Tragen kommt. Erst in der Kehle kommt die Bittere in den Vordergrund, wo sie zusammen mit einer fruchtigen Säure sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

38 IBU

Farbe:

 8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Rheinbahn-Streik trifft ProWein: Messe organisiert eigenen Busverkehr

Wer am Dienstag, 17. März 2026, zur ProWein nach Düsseldorf reisen möchte, sollte etwas mehr Zeit für die Anfahrt einplanen. Grund dafür ist ein ganztägiger Streik der Rheinbahn, der den öffentlichen Nahverkehr in Düsseldorf erheblich einschränken wird.

Der Arbeitskampf beginnt am Dienstag um 3.00 Uhr morgens und soll volle 24 Stunden dauern. Während dieser Zeit werden weder U-Bahnen noch Straßenbahnen fahren. Auch der Busverkehr wird stark reduziert sein, sodass nur wenige Linien im Stadtgebiet unterwegs sein werden.

Bereits am Montag, 16. März, ist ebenfalls ein Streik angekündigt. Dieser betrifft jedoch ausschließlich interne Bereiche der Rheinbahn und hat keine Auswirkungen auf den regulären Fahrbetrieb. Für Besucher der Messe und Pendler bleibt der Nahverkehr an diesem Tag also normal nutzbar.

Anders sieht es am Dienstag aus. Gerade für Besucher der internationalen Wein- und Spirituosenmesse ProWein, die in Düsseldorf stattfindet, stellt der Streik eine Herausforderung dar. Da der letzte Messetag genau auf den Streiktermin fällt, rechnet die Messe mit einem erhöhten Bedarf an alternativen Transportmöglichkeiten.

Um die Situation zu entschärfen, hat die Messe Düsseldorf reagiert und einen Sonderverkehr eingerichtet. Insgesamt 30 zusätzliche Busse sollen auf vier Linien eingesetzt werden, um Besucher trotz des Streiks möglichst zuverlässig zum Messegelände zu bringen.

Ganz ohne Einschränkungen wird die Anreise dennoch nicht verlaufen. Selbst die wenigen regulär fahrenden Buslinien dürften am Streiktag stark ausgelastet sein. Nach aktuellem Stand gehört dazu auch die Linie 722, die unter anderem den Eingang Süd der Messe bedient. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Verbindung besonders stark frequentiert sein wird.

Besucher der ProWein sollten daher im Idealfall frühzeitig ihre Anreise planen und sich über die aktuellen Verkehrsinformationen informieren. Die Rheinbahn stellt eine Übersicht der weiterhin fahrenden Buslinien auf ihren Informationsseiten zur Verfügung.

Trotz des Streiks will die Messe Düsseldorf sicherstellen, dass Aussteller und Besucher den letzten Messetag möglichst reibungslos erreichen können. Mit dem zusätzlichen Busangebot soll zumindest ein Teil der entstehenden Verkehrslücken geschlossen werden.

Für Messegäste gilt dennoch: Geduld einplanen, Alternativen prüfen und im Zweifel etwas früher aufbrechen. Denn am Streiktag dürfte Düsseldorf verkehrstechnisch eine kleine Herausforderung werden.

De Dochter van de Korenaar – La Bière Bock

Schon der erste Blick ins Glas macht deutlich, dass hier kein gewöhnlicher Bock eingeschenkt wird. Das La Bière Bock der belgischen Brauerei De Dochter van de Korenaar präsentiert sich in einem tiefen Mahagoniton, der je nach Lichteinfall zwischen dunklem Kupfer und rötlichem Braun schimmert. Eine feinporige, cremige und elfenbeinfarbene Schaumkrone setzt sich darüber und bleibt erstaunlich stabil – ein erster Hinweis auf den kräftigen Charakter dieses Bieres.

In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspiel. Zunächst steigen deutliche Malznoten auf, die an dunkles Brot, Karamell und geröstete Nüsse erinnern. Dahinter zeigen sich fruchtige Nuancen, wie sie typisch für viele belgische Biere sind: leichte Anklänge von Trockenpflaume, Rosine und ein Hauch dunkler Beeren und Schokolade. Ergänzt wird das Ganze von einer dezenten Würze und einer Spur Alkoholwärme, die bereits ankündigt, dass hier ein kräftiger Vertreter im Glas wartet.

Der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck. Das Bier wirkt vollmundig und rund, mit einer satten Malzbasis, die an Toffee, Karamell und dunkle Kruste von Bauernbrot erinnert. Dazu passt gut die sehr feinperlige Kohlensäure. Gleichzeitig bringt die belgische Hefe eine fruchtige und leicht würzige Komplexität ins Spiel. Noten von reifen Früchten, etwas Pflaume und ein Hauch von Gewürznelke mischen sich mit der Malzsüße und sorgen für ein sehr harmonisches Gesamtbild. Am Gaumen präsentieren sich die Röstaromen. Trotz seiner kräftigen Struktur bleibt das La Bière Bock überraschend ausgewogen. Die Hopfung hält sich im Hintergrund, liefert aber genug Bittere, um die malzige Süße zu balancieren. So entsteht ein angenehm runder Eindruck, bei dem kein Element die Oberhand gewinnt. Im Mundgefühl zeigt sich das Bier weich und geschmeidig, nicht zuletzt aufgrund seiner moderaten Kohlensäure, die das volle Aroma elegant trägt. Der Körper ist kräftig, ohne schwer zu wirken. Stattdessen entwickelt sich mit jedem Schluck eine angenehme Wärme, die typisch für einen guten Bock ist. In der Kehle stehen Karamell, dunkles Malz und ein Hauch Trockenfrucht im Vordergrund und sie bleiben noch eine ganze Weile am Gaumen zurück, begleitet von einer dezenten Bittere, die Lust auf den nächsten Schluck macht.

Insgesamt ist das La Bière Bock ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich die deutsche Bockbiertradition mit belgischer Braukunst verbinden lässt. Kraftvoll, aromatisch und zugleich elegant – ein Bier, das man nicht hastig trinkt, sondern in Ruhe genießt. Ideal für einen gemütlichen Abend, an dem das Glas ruhig ein wenig länger in der Hand bleiben darf.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 38
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Hamburger Craft-Brauerei Landgang meldet Insolvenz an

Die Zeiten für Brauereien in Deutschland sind alles andere als einfach. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, ein rückläufiger Bierkonsum und wirtschaftlicher Druck setzen der Branche zunehmend zu. Nun hat es auch eine bekannte Craft-Brauerei im Norden getroffen: Die Hamburger Brauerei Landgang hat Insolvenz angemeldet. Trotz dieser Entwicklung zeigt sich das Team jedoch erstaunlich optimistisch.

Der deutsche Biermarkt befindet sich seit Jahren im Wandel. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der Absatz von Bier deutlich zurückgegangen. Im vergangenen Jahr lag er rund 19 Prozent unter dem Niveau von 2015 – ein historischer Rückgang, der viele Brauereien in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt.

Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass immer mehr Betriebe ums Überleben kämpfen. Dennoch ist die Situation bei Landgang etwas anders gelagert. Die Brauerei hat zwar ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt, kämpft jedoch nicht mit fehlender Nachfrage.

Bier-Sommelier und Marketingchef „Mitti“ betont, dass die Stimmung im Unternehmen trotz der Situation positiv sei. Der Betrieb laufe ganz normal weiter. Veranstaltungen wie Pubquiz-Abende, Bingo-Events, Brauereiführungen oder Braukurse fänden weiterhin statt. Auch der Ausschank in der Brauerei sei uneingeschränkt geöffnet. Die Botschaft des Teams ist klar: Hopfen und Malz sind noch lange nicht verloren.

Die Landgang Brauerei gehört zu den bekanntesten Vertretern der norddeutschen Craft-Bier-Szene. Gegründet wurde sie 2015, damals noch unter dem Namen Hopper Bräu. Seitdem hat sich der Betrieb stetig weiterentwickelt und gilt heute als drittgrößte Brauerei Hamburgs.

Die Produktionshalle im Stadtteil Bahrenfeld ist für viele Bierfans ein beliebter Treffpunkt geworden. In der Brauereibar werden von Mittwoch bis Samstag verschiedene frisch gebraute Biere direkt vom Fass ausgeschenkt. Das Sortiment reicht von klassischen Stilen wie einem Nordsee Pils bis hin zu experimentellen Sorten wie Hazy IPAs oder fruchtigen Sauerbieren. Dazu werden Pizza und Flammkuchen serviert, was die Brauerei zu einem beliebten Ausflugsziel für Bierliebhaber macht.

Dass Landgang nun selbst in die Insolvenz geraten ist, hat eine gewisse Ironie. Erst im Sommer 2025 hatte das Unternehmen die angeschlagene Kieler Craft-Brauerei Lille übernommen und damit rund 30 Arbeitsplätze gesichert. Die Hamburger galten damals als Retter der norddeutschen Craft-Bier-Szene. Nun müssen sie selbst um ihre wirtschaftliche Zukunft kämpfen.

Der Grund dafür liegt jedoch nicht in mangelndem Interesse der Kunden. Laut Unternehmensangaben bleibt die Nachfrage nach den Bieren stabil. Vielmehr machen steigende Energiepreise und höhere Kosten für Rohstoffe der Brauerei zu schaffen.

Eigentlich müssten die Bierpreise deutlich erhöht werden, um diese Kosten auszugleichen. Doch genau das möchte das Unternehmen vermeiden. Viele Verbraucher hätten derzeit selbst weniger Geld zur Verfügung. Eine starke Preiserhöhung würde daher vermutlich auch die treue Kundschaft belasten.

Mit diesem Problem steht Landgang nicht allein da. Viele kleinere Craft-Brauereien leiden derzeit unter denselben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Anders als große Brauereikonzerne verfügen sie jedoch selten über ausreichende finanzielle Reserven, um solche Kostensteigerungen langfristig abzufedern.

Das Amtsgericht Hamburg hat inzwischen ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet und den Rechtsanwalt Kévin Paul-Hervé Tanguy als Insolvenzverwalter eingesetzt. Seine Aufgabe wird es sein, das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen und eine langfristige Perspektive zu entwickeln.

Der laufende Betrieb soll währenddessen unverändert weitergehen. Ausschank, Veranstaltungen und Produktion laufen weiterhin wie gewohnt. Gleichzeitig sucht das Unternehmen nach Investoren, die helfen könnten, die Brauerei dauerhaft zu stabilisieren.

Beim Landgang-Team ist man überzeugt, dass sich dieser Weg lohnt. Die Brauerei feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen und beschäftigt rund 60 Mitarbeitende, viele davon in Teilzeit. Für sie steht fest: Das Projekt soll weitergehen.

Die Botschaft aus Hamburg-Bahrenfeld ist daher trotz Insolvenz erstaunlich optimistisch. Landgang sieht die aktuelle Situation nicht als Ende, sondern als Chance für einen Neustart. Oder wie Marketingchef „Mitti“ es formuliert: Die Brauerei gibt es seit zehn Jahren – und sie soll auch in zehn Jahren noch Bier brauen.

Rettung für bekannte Biermarke: C&C Group übernimmt Innis & Gunn

Die Getränkefirma C&C Group hat Anfang März die bekannte Biermarke Innis & Gunn übernommen. Wie das Unternehmen am 6. März mitteilte, wurde die Marke aus der Insolvenzverwaltung der schottischen Brauerei für rund 4,5 Millionen Pfund erworben. Damit sichert sich der Konzern eine etablierte Premiumbiermarke und erweitert gleichzeitig sein Markenportfolio.

Die Verbindung zwischen beiden Unternehmen besteht allerdings nicht erst seit dieser Übernahme. Die C&C Group war bereits seit mehreren Jahren als kleiner Minderheitsaktionär beteiligt und arbeitete zudem als Braupartner für Innis & Gunn. Ein Großteil der Biere der Marke wurde bereits zuvor in Zusammenarbeit mit C&C produziert.

Nach Angaben des Unternehmens bietet die Übernahme eine attraktive Gelegenheit, eine etablierte Marke weiterzuentwickeln und gleichzeitig von bestehenden Strukturen zu profitieren. Da C&C bereits eng mit Innis & Gunn zusammengearbeitet hat, rechnet der Konzern mit einem vergleichsweise reibungslosen Übergang. Die Marke soll vollständig in die vorhandenen Betriebs-, Vertriebs- und Lieferkettenstrukturen des Unternehmens integriert werden.

Der Vorstand geht davon aus, dass der operative Übergang schnell erfolgen kann und der laufende Geschäftsbetrieb nur minimal beeinträchtigt wird. Gleichzeitig unterstreiche der Kauf die Bedeutung starker Marken im Portfolio des Unternehmens sowie den Wert eines integrierten Geschäftsmodells, das Produktion, Marketing und Vertrieb miteinander verbindet.

Finanziert wird die Übernahme aus bestehenden Kreditlinien der C&C Group. Nach Einschätzung des Unternehmens soll der Zukauf ab dem Geschäftsjahr 2027 einen kleinen, aber positiven Beitrag zur Gesamtentwicklung leisten.

Auch C&C-Chef Roger White betonte die langjährige Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen. Man habe über viele Jahre eng mit Innis & Gunn zusammengearbeitet, erklärte er. Trotz der schwierigen Umstände freue man sich nun, die Marke vollständig in das eigene Portfolio aufzunehmen.

White bezeichnete die Übernahme als überzeugende und strategisch sinnvolle Gelegenheit, eine beliebte Biermarke zu erhalten. Da C&C bereits den Großteil der Biere der Marke braue, könne die Integration schnell und effektiv erfolgen. Gleichzeitig solle so sichergestellt werden, dass Kunden und Konsumenten weiterhin zuverlässig mit den Produkten von Innis & Gunn versorgt werden.

Mit dem Schritt stärkt die C&C Group ihre Position im Premiumsegment des Biermarktes und bewahrt zugleich eine Marke, die sich über Jahre hinweg eine treue Anhängerschaft aufgebaut hat.

Hoppen un Molt – Dunkles Lager

Nun steht das Dunkle Lager von Hoppen un Molt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Da ich die Brauerei bereits an anderer Stelle kurz vorgestellt habe, beginne ich gleich, öffne die Flasche und schenke mir das Glas ein.

Bereits im Glas präsentiert sich das Bier mit einer äußerst einladenden Erscheinung. Die Farbe ist blickdicht kastanienbraun, praktisch schwarz. Gegen das Licht gehalten schimmern aber rubinrote Reflexe durch. Nicht so begeistert bin ich von der hellbraunen Schaumkrone, die sich leider sehr schnell auflöst.

In der Nase zeigt sich das Bier angenehm malzbetont, auch wenn das Aroma nicht allzu kräftig ist. Düfte nach Brotkruste und dunkler Schokolade steigen mir in die Nase, begleitet von Noten nach Karamell und Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Am Gaumen wirkt das Dunkle Lager weich und rund, während sich eine leichte Bittere zur Malzsüße gesellt. Dazu kommt das Schokoladenaroma, das den Geschmack abrundet. Die Balance zwischen Malzkörper und Bittere ist recht gut abgestimmt, wodurch das Bier sehr zugänglich und gleichzeitig geschmacklich interessant bleibt. In der Kehle kommt lediglich eine geringe Bittere zum Tragen, die aber trotzdem sehr lange nachklingt und mit der Zeit mehr an Schokolade erinnert.

Insgesamt zeigt das Dunkle Lager von Hoppen un Molt, wie elegant dieser Bierstil sein kann. Malzig, rund und aromatisch, dabei aber stets angenehm trinkbar. Ein Bier für gemütliche Abende, lange Gespräche und für alle, die dunkle Lagerbiere mit Charakter zu schätzen wissen. Prost.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Hoppen un Molt
Alexandrinenstraße 49
18119 Rostock-Warnemünde
https://hoppen-molt.de/