Es ist inzwischen fast so sicher wie das traditionelle „O’zapft is“: Sobald die ersten Vorbereitungen für das Oktoberfest beginnen, folgt die Diskussion über die Bierpreise. Auch 2026 macht die Wiesn hier keine Ausnahme. Die Maß Festbier kostet in den großen Festzelten zwischen 14,80 und 15,90 Euro und erreicht damit erneut einen Höchststand.
Wer befürchtet hatte, die magische Grenze von 16 Euro würde bereits in diesem Jahr fallen, kann vorerst aufatmen. Ganz knapp darunter bleiben die teuersten Zelte. Dennoch zeigt die Entwicklung deutlich, wohin die Reise geht: Das Bier auf dem Oktoberfest wird Jahr für Jahr teurer.
Betrachtet man die Preissteigerungen nüchtern, bewegen sich die Aufschläge meist zwischen 30 und 50 Cent pro Maß. Das klingt zunächst überschaubar. Wer allerdings mit Familie oder Freunden einen ganzen Tag auf der Wiesn verbringt, wird die Unterschiede am Ende des Tages durchaus auf der Rechnung bemerken.
Interessant ist dabei, dass nicht nur das Bier teurer geworden ist. Auch alkoholfreie Getränke haben erneut angezogen. Für einen Liter Limonade werden inzwischen durchschnittlich 12,47 Euro fällig, für Tafelwasser sogar über 11 Euro. Damit wird deutlich, dass die Preisentwicklung nicht allein das Bier betrifft, sondern die gesamte Gastronomie auf dem Festgelände.
Die Wirte verweisen auf gestiegene Kosten für Personal, Sicherheit, Auf- und Abbau sowie den Wareneinkauf. Nach ihren Angaben seien die tatsächlichen Kostensteigerungen sogar höher als die Preiserhöhungen für die Gäste. Ob man dieser Argumentation folgt oder nicht: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen auch vor dem größten Volksfest der Welt keinen Halt.
Aus Sicht der Besucher stellt sich jedoch eine andere Frage. Wo liegt die persönliche Schmerzgrenze? Während eingefleischte Wiesn-Fans vermutlich auch künftig ihre Maß bestellen werden, könnten die stetig steigenden Preise gerade für jüngere Besucher oder Familien zunehmend zum Problem werden.
Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass mit dem Bierpreis auf dem Oktoberfest mehr bezahlt wird als nur der Inhalt des Kruges. Die Gäste finanzieren auch die einzigartige Atmosphäre, die aufwendigen Festzelte, die Musik, das Personal und letztlich ein Stück bayerische Tradition. Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder Besucher selbst entscheiden.
Hier die Preise in den einzelnen Zelten :
- Armbrustschützen-Festzelt: 15,90 Euro (15,50 Euro)
- Augustiner-Festhalle: 14,90 Euro (14,50 Euro)
- Bräurosl: 15,90 Euro (15,40 Euro)
- Fischer-Vroni: 15,75 Euro (15,40 Euro)
- Hacker-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Hofbräu-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Käfer Wiesn-Schänke: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Löwenbräu-Festzelt: 15,90 Euro (15,40 Euro)
- Marstall: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Ochsenbraterei: 15,80 Euro (15,35 Euro)
- Paulaner-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Schottenhamel-Festhalle: 15,80 Euro (15,40 Euro)
- Schützen-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
Mein Eindruck: Die diesjährigen Preise überraschen nicht. Sie setzen lediglich einen Trend fort, der seit Jahren zu beobachten ist. Die große Schlagzeile wäre vermutlich eher eine Nullrunde gewesen. Solange die Zelte weiterhin ausverkauft sind und Millionen Menschen die Wiesn besuchen, dürfte sich an dieser Entwicklung wenig ändern.





