Wissen Sie eigentlich genau, was in Ihrem Bier steckt? Zutaten, Herkunft, Alkoholgehalt oder Frische – all das sind Informationen, die oft auf dem Etikett stehen, aber nicht immer leicht zu verstehen sind. Genau hier setzt das neue europäische Portal „Know Your Beer“ an, das kürzlich im italienischen Parlament in Rom vorgestellt wurde.
Hinter der Initiative steht die European Beer Consumers‘ Union, die sich für mehr Transparenz und Verbraucherrechte im europäischen Biermarkt einsetzt. Ziel der Plattform ist es, Biertrinkerinnen und Biertrinkern verständliche, zugängliche und überprüfbare Informationen an die Hand zu geben und so das Bewusstsein für Qualität und Herkunft zu stärken.
Ein digitales Werkzeug für mehr Durchblick
Vorgestellt wurde das Portal im Rahmen der Pressekonferenz „Know Your Beer: EBCU and Unionbirrai, the new frontier of transparency“, die gleichzeitig den Auftakt zum 73. Delegiertentreffen der EBCU bildete. Gastgeber war die Unionbirrai, der Verband unabhängiger italienischer Craft-Brauereien.
Das Portal versteht sich als praktisches Werkzeug für Verbraucher. Es hilft dabei, Bieretiketten besser zu lesen und vermittelt Wissen zu sechs zentralen Themen: Alkoholgehalt und Bierstile, Zutaten und Allergene, Hersteller und Herkunft, Zertifizierungen, Frische und Rückverfolgbarkeit sowie die richtige Lagerung.
Unterstützung aus Politik und Branche
Auch politisch stößt das Thema auf breite Zustimmung. Vittorio Ferraris betonte die Rolle von Unionbirrai als Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten und erklärte: „Heute verzeichnen wir ein Klima großer Harmonie zwischen Institutionen und Interessengruppen im Sektor: Ein geschlossenes Team wurde geschaffen, das das Wachstum des Sektors endlich mit angemessenen und modernen Vorschriften begleiten kann.“
Luca De Carlo hob insbesondere die regionale Verankerung hervor: „Die Bierlieferkette, insbesondere Craftbier, ist nicht nur wegen der Transparenz wichtig, sondern auch, weil sie tief in den Herkunftsgebieten verwurzelt ist. Nach mehr als sechzig Jahren brauchen wir moderne Gesetzgebung, die das Wachstum des Sektors begleitet und neue Möglichkeiten wie Gastfreundschaft und Biertourismus stärkt, damit vor allem kleinere Produzenten ihre Geschichte besser erzählen können.“
Auch Giorgio Salvitti unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung: „Der Biersektor ist ein strategischer Bereich für die nationale Wirtschaft. Klarheit bei Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Qualitätsmerkmalen zu gewährleisten, ist eine Verpflichtung gegenüber Verbrauchern und Markt. Wir arbeiten an neuen gesetzlichen Regelungen, die einen klaren Rahmen schaffen und die Entwicklung des Sektors fördern – auch durch die Chancen des Biertourismus.“
Zwischen Innovation und Regulierung
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Lücke zwischen digitaler Innovation und teilweise veralteten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Während Plattformen wie „Know Your Beer“ bereits moderne Lösungen für mehr Transparenz bieten, hinkt die Regulierung in vielen Bereichen noch hinterher.
Genau hier setzt das Projekt an: Es verbindet Verbraucherinteresse, digitale Möglichkeiten und politische Entwicklungen. Ziel ist es, Bier nicht nur besser zugänglich zu machen, sondern auch bewusster erlebbar.
Die 1990 in Brügge gegründete European Beer Consumers’ Union versteht sich dabei als unabhängige Stimme der Konsumenten und setzt sich für Vielfalt, Transparenz und faire Marktbedingungen im europäischen Biersektor ein.





